Frau Luna Zwo in Michendorf

Frau Luna Zwo in Michendorf

Mit einer eigenen Version der Erfolgsoperette „Frau Luna“ startet die Volksbühne Michendorf ins neue Jahr. Es ist nach eigenen Angaben die bislang größte Produktion der Theaterleute. Trotz neuer Handlung werden die berühmten Schlager zu hören sein, verspricht das Team.

Michendorf.Die Volksbühne Michendorf mit ihren beiden Co-Direktoren Christian A. Schnell und Steffen Löser ist für Furchtlosigkeit in der Spielplangestaltung bekannt. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch einmal richtiges Musiktheater im Repertoire des Hauses auftauchen würde. Schließlich kann eine Bühne, die mit dem Slogan „Theater macht Spass!“ um sein Publikum wirbt, nicht ohne Musik auskommen.

Großes Ensemble mit Live-Band

Die vom regieführenden Direktor Schnell deshalb eigens umgeschriebene Erfolgsoperette „Frau Luna“ von Paul Lincke soll als musikalisches Lustspiel am 10. Januar Premiere an der Volksbühne haben. Dabei locken Frau-Luna-Flyer im Fettdruck die in Unterhaltungsfragen verwöhnten Michendorfer mit dem Versprechen „Großes Ensemble und Live-Band unter der musikalischen Leitung von Irina Loskova“. Was man sich unter dem großen Ensemble und einer Live-Band aus Klavier, Flöte, Cello und Schlagzeug vorzustellen hat, verriet Regisseur Schnell der MAZ in einem Garderobenplausch.

Musik bleibt unverändert

„Es ist unsere bisher größte Produktion“, so Schnell. „Es sind ja nicht nur die Neun auf der Bühne, sondern die Vier von der Live-Band noch dazu.“ Auf die Frage, ob es Veränderungen zum Original geben werde, ist seine Antwort zweigeteilt: „Nicht in den Musiknummern. Wir spielen alle großen Schlager, die man kennt. Von ,Das ist die Berliner Luft’ über ,Lass den Kopf nicht hängen’ bis ,Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe’. Es ist alles drin, sogar das ,Glühwürmchen’.“ In anderer Hinsicht darf das Michendorfer Publikum auf gehörige Neuerungen gefasst sein.

Sind für ihre Furchtlosigkeit in der Spielplangestaltung bekannt: die beiden Co-Direktoren der Volksbühne Michendorf, Christian A. Schnell (links) und Steffen Löser. Quelle: Bernd Gartenschläger

Schnell verlegte die Handlung des Stückes sowohl räumlich wie auch zeitlich. Seine „Frau Luna“ spielt im Jahr 1929 in den Babelsberger Filmstudios, wo gerade der erste UFA-Tonfilm gedreht werden soll. Der Hauptheld Fritze Steppke ist dort Regieassistent mit künstlerischen Ambitionen. Heimlich hat er ein Drehbuch für einen eigenen Tonfilm verfasst. Dieser soll „Frau Luna“ heißen, weil die Protagonisten eine Reise zum Mond antreten. Nach einem anstrengenden Drehtag schläft er im Studio ein und träumt dort sein eigenes Drehbuch.

Lustspiel mit Videoprojektionen

Weil die Michendorfer „Frau Luna“ so sehr an das Thema Film andockt lag es nahe, Filmisches auch in die Inszenierung einfließen zu lassen. Schnell verriet lachend: „Wir haben das Bühnenbild zum Teil gefilmt und arbeiten mit Videoprojektionen. Weil es um Film geht, drehen wir auch einen richtigen filmischen Vor- und auch noch einen Abspann in dem man alle Mitwirkenden weiß geschminkt sieht. Die zeigen wir auf der Bühne, wenn sie den Zeppelin betreten und dabei mit einem halben Bein quasi schon in den Film einsteigen, um ins All zu düsen. Ich hoffe, das geht alles auf“.

Mit anderer Stimmung

Dass aber wirklich noch etwas schief gehen könnte, scheint Schnell nicht ernsthaft zu befürchten. Sein Resümee der Probenarbeit erinnert eher an eine Feuerwerksrakete als an einen Sachbericht: „Die Arbeit macht so richtig Spaß! Das ganze Ensemble macht Spaß! Das ist ja oft so bei musikalischen Produktionen, die mit Schauspielern besetzt sind. Man kriegt mehr Lust an der Sache, denn es ist immer noch eine andere Stimmung drin. Sobald dann die Musik kommt und man zum Beispiel ,Das ist die Berliner Luft’ singt, ist der Spaß da!“

Von Lothar Krone