Er ist wieder da, Alfred, das Ekel: Der Held der TV-Kultserie der 1970er Jahre wütet an der Volksbühne Michendorf. Freunde der TV-Legende können Ekel Alfred im Theaterstück zu Ostern und im Mai erleben.

Christian A. Schnell und Steffen Löser, die Chefs der Volksbühne Michendorf, sind keine Weicheier. Sie stürzten sich in das Wagnis, die vom großartigen Wolfgang Mengegeschriebene TV-Kultserie „Ein Herz und eine Seele“ mit dem unvergessenen Heinz Schubert als Alfred Tetzlaff zu inszenieren. So ziemlich jeder im Publikum dürfte die Geschichten um Ekel Alfred kennen – Vergleiche mit dem Original waren unvermeidbar. Die Befürchtung, der Bühnenfassung der TV-Folgen „Massage“ und „Besuch aus der Ostzone“ könnte das Interesse versagt bleiben, erwies sich als unbegründet.

Kein Stuhl blieb unbesetzt

Zur Premiere am Wochenende blieb kein Stuhl unbesetzt. Als der Vorhang den Blick auf Familie Tetzlaff in einer gruseligen Kleinbürgermöblierung der 1970er Jahre (Bühne Martin Riedl) freigab, startete die Zeitreise. Das Déjà-vu aber war erst komplett, als der Frühstückstisch-Disput von Mutter Else (Tina-Nicole Kaiser) mit Tochter Rita (Julenka Werkmeister) und Schwiegersohn Michael (Eric Naumann) jäh unterbrochen wurde und eine leibhaftigen Reinkarnation von Alfred Tetzlaff (Hartmut Guy) laut zeternd auf die Bühne stolperte. Regisseur Schnell, der die Episode „Massage“ inszenierte, legte dem Ekel im Alfred keine Zügel an. Es tyrannisierte seine Familie völlig ungebremst, so dass dem Publikum bei manchen Sprüchen das Erstaunen darüber anzumerken war, was auf der Bühne alles auszusprechen möglich ist.

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